Gradara

Rocca di Gradara und der dazugehörige befestigte Ort sind eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Anlagen Italiens und die beiden Mauerringe, welche die Festung umgeben, von denen der äußere fast 800 Meter lang ist, machen sie auch zu einer der stattlichsten.Das Schloss steht auf einem Hügel 142 ü.d.M. und der 30 Meter hohe Hauptturm beherrscht das gesamte Tal.Die günstige Lage Gradaras machte den Ort seit dem Altertum zu einem Knotenpunkt für Verkehr und Leute: Im Mittelalter war die Festung eine der wichtigsten Schauplätze der Kämpfe zwischen den Heeren des Kirchenstaates und den turbulenten Familien der Marken und der Romagna. Gradara liegt in der Nähe des Meeres, direkt im Hinterland eines der beliebtesten Reiseziele Italiens, der Riviera der Marken und der Romagna.

Der Hauptturm wurde um 1150 von der mächtigen Familie De Griffo errichtet, aber es waren die Malatesti, welche zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert die Festung und die beiden Mauerringe erbauten und Gradara das heutige Aussehen gaben. Die Herrschaft der Malatesti über Gradara endete 1463, als Federico da Montefeltro die Burg an der Spitze des päpstlichen Heers eroberte. Der Papst übergab Gradara als Vogtei an die Sforza aus Pesaro, treue Verbündete der Kirche.

Giangiotto Malatesta ist eine der Protagonisten der Geschichte von Paolo und Francesca, deren Epilog im Jahre 1289 in eben dieser Burg stattfand.

Ab 1464 untersteht Gradara den Sforza, welche den Ort weiterhin gegen die Malatesta verteidigen müssen. Giovanni Sforza, glückloser Ehemann der Lucrezia Borgia obliegt es, sich mit Valentino zu messen (1499).

Von 1513 bis 1641 sind die Della Rovere Herren von Gradara. Nach ihrer Auslöschung wurde der Ort unbestrittener Besitz des Kirchenstaates und durchlebte einen langen Zeitraum des Stillstands unter der Herrschaft der päpstlichen Legaten.

Der österreichische Sezessionskrieg (1743-45) berührte Gradara nur am Rande, während die Stadt sehr unter der Verwüstung und Plünderung durch die napoleonischen Truppen im Jahre 1797 gelitten hat. Das Gebiet wurde dann Teil der Zisalpinischen Republik, dann des Regno Italico und kehrte schließlich nach dem Fall Napoleons (1815) in den Kirchenstaat zurück.