San Leo

Im mittleren Marecchia-Tal, im Zentrum der historischen Region des Montefeltro, erhebt sich auf einem mächtigen, rautenförmigen Felsen mit schwindelerregend steilen Abhängen, San Leo.
Die außergewöhnliche natürliche Beschaffenheit des Ortes hat bereits seit der Urgeschichte die zweifache Realität einer natürlichen Festung und einer unzugänglichen, und folglich den Göttern geweihten Erhebung bestimmt.

Im mittelalterlichen Ortskern sind die romanischen Gebäude der Pfarrkirche, der Kathedrale und des Glockenturms erhalten.
Der ursprüngliche Ortskern aus dem Hochmittelalter, in dem Otto I. von 961 bis 963 Berengar, den König von Italien, belagert hat, wurde zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erweitert, als es den Malatesta gelang, San Leo den Montefeltro zu entreißen. Der mittelalterliche Hauptturm, der von den viereckigen Malatesta-Türmen eingerahmt wird, wurde 1479 auf Wunsch des Federico da Montefeltro von dem Architekten aus Siena Francesco di Giorgio Martini neu gezeichnet.

Da die Kerker der Festung di San Leo aufgrund ihrer Beschaffenheit und Lage sehr ungesund waren und einer der Schutzwälle einzustürzen drohte, wurde im Jahre 1788 Giuseppe Valadier, der von Pius VII zum Architekten des Kirchenstaates ernannt war, damit beauftragt, an der gesamten Struktur die erforderlichen Verbesserungen vorzunehmen. Von 1791 war hier Giuseppe Balsamo bis zu seinem Tod am 26. August 1795 gefangen, der als Alessandro Graf von Cagliostro bekannt ist, und einer der rätselhaftesten und faszinierendsten Abenteurer des Zeitalters der Aufklärung war.